Mittwoch, 2. April 2014

Stephen King - Schwarz (Der Dunkle Turm 1)


"Er war etwas wie aus einem Märchen oder einem Mythos, der Letzte seiner Art in einer Welt, die die letzte Seite ihres Buches schrieb."

Ich wollte mal wieder etwas episches lesen. Eine Reihe, die mich fesselt und in ihren Bann zieht. Eine Reihe, die man gar nicht wieder aus den Händen legen mag. Ich hörte und las einiges über Stephen Kings Reihe "Der Dunkle Turm", konnte mir aber nicht viel darunter vorstellen. Bei Amazon fand ich auch geteilte Meinungen. Trotzdem bestellte ich mir zunächst den ersten Teil der Reihe, Steven Kings "Schwarz".

"Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm." ist der Auftakt dieser Reihe und des ersten Bandes. Stephen King beschreibt diesen Satz als den besten, den sein künstlerisches Schaffen je hervorgebracht hat. 
Damit wären wir auch beim Inhalt dieses Buches, der grob mit diesem Satz zusammen gefasst wäre.

Als Leser ist man mit diesem Buch und dieser erschaffenen Sci-Fi-, Western-, Fantasy-, Horror-Welt vielleicht etwas überfordert und fühlt sich gar allein gelassen darin. "Um was geht es hier eigentlich", "Was ist das für eine Welt?" und "Was ist hier eigentlich passiert?" waren unter anderem die Fragen, die mich beim Lesen fast quälten. Es werden viele Informationen, die man nicht zuordnen kann eingeworfen und viele, die wichtig wären, um das Große und Ganze zu verstehen, dem Leser vorenthalten. Trotz allem hat mich die Geschichte gefesselt. 
Während des Lesens begleitet man den Revolvermann auf seiner Reise durch die Wüste, mit dem Ziel, den Mann in Schwarz einzuholen und zu treffen. Dabei geschehen allerlei Dinge und es werden auch viele Dinge gesagt, die einem nicht wirklich etwas sagen. Der Roman wirkt oftmals wie ein düsterer Traum, oder ein ein einziger Drogentrip, umso erstaunter war ich, als der Revolvermann an einer Stelle wirklich Drogen nimmt, um mit dem Orakel in Kontakt zu treten, denn manchmal hatte ich das Gefühl, die Personen in diesem Roman oder der Roman an sich sind doch schon unendlich berauscht! Auch ich fühlte mich bei und nach dem Lesen wie auf einem kafkaesken LSD-Trip: Ich träumte von dem Buch, ich sah die Bilder in wachem Zustand vor mir, ich hatte das Gefühl, von diesem Buch ging ein Zauber aus.

Das, was einem beim Lesen hält, sind wohl all die nicht vorhandenen Informationen, die man sucht, um die Geschichte zu verstehen. Langsam und Stück für Stück, kommt man dahinter oder zumindest denkt man, dass man dahinter kommt. 
Ich bin sehr fasziniert davon, wie Stephen King es schafft, den Leser (also mich) zu fesseln und zu berauschen, obwohl er einen mit dem großen Unbekannten konfrontiert lässt. Ich habe mir bereits den zweiten Band der Reihe, der sich "Drei" nennt, bestellt und kann es kaum abwarten, ihn zu lesen. Werden dann meine Fragen beantwortet? Fragen wie: "Was war mit der Welt, bevor sie so war, wie sie jetzt ist?", "Was sind die Motive des Revolvermannes?", "Was sind die Motive des Mannes in Schwarz?", "Warum ist dieses geschehen und warum jenes?"

Inspiriert wurde King von einem Gedicht, "Childe Roland To The Dark Tower Came" und von allen möglichen Motiven und Stoffen der Weltliteratur. 
Teilweise wirkt das Buch ziemlich esoterisch und mystisch angehaucht, was ich persönlich aber sehr interessant finde.

"Schwarz" war mein erster Stephen King. Umso gespannter war ich auf seinen Stil und seine Art zu Schreiben und dazu muss ich sagen: Die erste Hälfte des Buches ist mir stilistisch komisch aufgefallen. King benutzt seltsame Vergleiche und Metaphern, die sich beim Lesen ganz seltsam anfühlten. So gestelzt und gewollt und auch irgendwie unpassend. Das nimmt jedoch zum Glück ab. Aber ich habe gelesen, dass King in seiner frühen Schaffensphase stilistisch noch etwas holpriger schrieb und "Schwarz" ist eines seiner ersten Werke. 
Auch die Dialoge wirken teilweise eigenartig. Ich hatte manchmal das Gefühl, als reden die Personen aneinander vorbei und gehen gar nicht auf das Gesagte ein.
Ich denke und hoffe aber, dass sich das ab dem zweiten Band, der einige Jahre später erschien, bessert.

Ich bin ch schon sehr gespannt auf den zweiten Teil dieses Epos!

Fazit: Ungewöhnliches, anderes Genre-Mix-Epos, das tausend Fragen aufwirft und trotzdem von Anfang bis Ende fesselt. 
4 Sterne!



Kommentare:

  1. Hallo Erina,
    ich könnte deine Rezension wirklich so unterschreiben. Das hast du perfekt auf den Punkt gebracht. Stellenweise wirkt dieser Roman sehr wirr und auch bei deinen Worten betreffend Drogentrip habe ich hier nicken müssen.
    Allerdings haben diese vielen offenen Fragen bei mir nicht die Neugierde geweckt. Ich war teilweise sogar ein bischen erbost auf King, eben weil ich damals ein großer Fan seiner Bücher war und weiß, wie gut er schreiben kann. So viele seiner Werke habe ich verschlungen und würde sie auch jetzt noch wiederlesen und anpreisen.

    Vielleicht sollte man alle Bände gelesen haben, um sich ein Schlussurteil zu bilden. Doch die Rezensionen zu den Folgebänden haben mir da nicht immer Mut gemacht, dass sich an dem Schreibstil (für mich) noch etwas ändern wird. Hast du die weiteren Bände mittlerweile gelesen?

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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    1. Hihi, schön, dass wir da einer Meinung sind. :)
      Ich habe den Folgeband hier und ihn auch schon begonnen. Leider ist er in einem sehr unhandlichen Format, weswegen er sich schlecht lesen lässt. Deshalb habe ich das Buch vorerst pausiert. Es geht aber verrückt weiter, so viel kann ich sagen. Ich denke aber, dass ich das Lesen wieder aufnehmen werde, sobald ich eine handlichere Ausgabe gefunden habe. :)

      Liebe Grüße,

      Erina

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