Donnerstag, 30. Juli 2015

Auf der Wunschliste: Der Ehebruchroman

Anlässlich eines Buches, welches ich demnächst lesen werde, habe ich mir vorgenommen, mich auch anderen, thematisch ähnlichen Werken, dieser Zeit zu widmen. 
Bei dem Buch handelt es sich um "Effi Briest" von Theodor Fontane. 
Zu "Effi Briest" habe ich 2009 oder 2010 bereits einen Film im Kino gesehen und fand ihn sehr bewegend. 
Ein weiterer bekannter Vertreter des Ehebruchromans, wenn nicht sogar der bekannteste, ist "Anna Karenina" von Leo Tolstoi. Auch hierzu gibt es mehrere bekannte Verfilmungen. Die jüngste ist grad ein paar Jahre alt und mit Keira Knightley in der Hauptrolle. 
In dieser Reihe sollte man auch "Madame Bovary" von Gustave Flaubert nennen, ein bekannter französischer Ehebruchroman aus derselben Epoche. 


  


Doch was macht die Romane zu etwas besonderem? 
Für die literarische Epoche des Realismus ist es üblich, dass in den Romanen, Novellen und Erzählungen dieser Zeit vor allem sozial- und gesellschaftskritische Themen und ihre sich daraus ergebenden Folgen, wie moralische und individuelle Konflikte, behandelt werden. 
Die "Ehebruchromane" des Realismus behandeln somit also nicht nur die moralischen Konflikte, die sich durch die Probleme in der Ehe ergeben, sondern auch den individuellen Konflikt der Ehebrecherin, also ihr psychologischer und sozialer Werdegang innerhalb des Romans und rund um den Ehebruch. Der Autor hinter diesen Romanen bleibt gemäß des Realismus jedoch neutral und schreibt, ohne moralisierend zu bewerten. Dies bleibt der Leserschaft vorbehalten und die hat es meist schwer, zu beurteilen, was moralisch verwerflich ist und was nicht. Denn beim Lesen kommen Fragen auf wie "War der Ehebruch der Frau überhaupt moralisch verwerflich oder ist es der Ehemann oder die sozialen Ungerechtigkeiten, die die Frau zum 'Ausbruch' zwingen?" und dabei tritt natürlich immer die soziale und gesellschaftliche Situation der Frau im Europa des 19. Jahrhunderts in den Vordergrund. 

Der Ehebruchroman läuft meist nach einem bestimmten Schema ab: Werbung, Verführung, Entdeckung, Bestrafung. Außerdem birgt diese Art von Roman immer wieder ähnliche Figuren: Die verheiratete Frau, die in ihrer Ehe aus verschiedensten Gründen unglücklich ist, der Verführer, der der Frau zeigt, wie schön Verliebtheit und/oder Sexualität sein können und natürlich der Ehemann, der durch irgendeine Konsequenz versucht, seine männliche Ehre wieder herzustellen, sobald er vom Ehebruch erfahren hat. Der Untergang der Ehebrecherin gründet sich meist auf dem sozialen Abstieg, der durch den Ehebruch und all seiner Konsequenzen verursacht wird. 

Kennt ihr noch mehr Ehebruchromane dieser Epoche? Und wie findet ihr sie im Allgemeinen? :)

Kommentare:

  1. Wir mussten "Effi Briest" in der Schule lesen und das war eines der seltenen Lektüren, die ich während meinr Schulzeit wirklich mit Interesse gelesen habe ^^
    Irgendwann will ich auch noch "Anna Karenina" lesen :)

    Viele Grüße
    books-and-art

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    1. Das hört sich doch gut an und macht mir gleich noch mehr Lust, Effi Briest zu lesen. Ich glaube, wenn einem in der Schule ein Roman gefällt, soll das schon was heißen. Denn unter diesen Bedingungen etwas zu lesen, kann einem auch leicht die Lektüre versauen :D

      Liebe Grüße

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  2. Hello hello! :)
    Vielen lieben Dank für deine Kommentare bei mir - ich kann das gern zurückgeben, denn auch bei dir scheint der Lesegeschmack ziemlich durchmischt zu sein und mir gefällt das ebenfalls sehr (hauptsächlich, weil ich die Blog-Mainstreams Jugendbücher, YA und Chick-Lit ((gruseliges Wort!)) kaum bis gar nicht lese und deshalb froh über abwechslungsreiche Leser bin :D )!

    Von deinen 3 Lesevorhaben kenne ich die ersten beiden und ich habe sie beide absolut gefeiert! Vor allem Anna Karenina ist ein Geniestück und abgesehen von den Namen, die mich bei russischen Autoren immer grandios verwirren, ist es super zu lesen. Effi Briest hat meine Schwester in der Schule lesen müssen und da hab ich das Buch dann direkt auch abgegriffen :D Fand ich auch sehr gut, allerdings ging mir Effi so dermaßen auf die Nerven, ich könnte heute noch ellenlange Monologe darüber führen, warum sie eine schrecklich anstrengende Figur ist. Dennoch ein sehr lesenswerter Roman; ich bin gespannt, was du davon halten wirst. Und ob du mich dazu bringst, den Flaubert auf meinen Wunschzettel zu setzen ;)

    Liebe Grüße
    MelMel

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    1. Hey,

      auch ich bedanke mich für deinen Kommentar und freue mich, dass dir mein Büchergeschmack gefällt. :)
      Freut mich, dass du auch schon was zu den Büchern sagen konntest, die auf meiner Liste stehen. Vor allem auf Anna Karenina freue ich mich :)

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