Mittwoch, 29. Juli 2015

[Rezension] Rocko Schamoni - Dorfpunks





Wer ist eigentlich Rocko Schamoni? Rocko Schamoni war mir nur bekannt als Betreiber des „Golden Pudel Clubs“ in der Hafenstraße in Hamburg, ein Club, den ich vor ein paar Jahren auch ab und zu mal besuchte. Dass er schreibt und darüber hinaus noch musiziert, schauspielert und so weiter und so fort, war mir bis vor kurzem nicht bekannt.

Auf das Buch wurde ich vor allem aufmerksam, weil ich Schamonis Namen als Clubbetreiber kannte. Außerdem habe ich ein kleines Faible für autobiografische Bücher, die den Lebensabschnitt der Jugend in den Mittelpunkt stellen. 

Inhalt:
Im autobiografischen Roman „Dorfpunks“ verarbeitet Rocko Schamoni seine Erinnerungen an seine Jugend, die er Ende der siebziger auf dem Dorf in Schleswig-Holstein verbringt. Dabei sind vor allem die typischen Themen, die jeden Jugendlichen bewegen, im Mittelpunkt: Freunde, Parties, Schule, Alkohol, Drogen, der erste Sex, die erste Liebe. Diesem übergeordnet ist für Schamoni und seinen Freundeskreis die Jugendbewegung des Punk mit seiner Musik, seiner Lebenseinstellung, seiner Ästhetik und der Sauferei.

Meine Meinung:
„Dorfpunks“ von Rocko Schamoni ist literarisch eher leichte Kost und inhaltlich ein sehr unterhaltsamer und interessanter Roman, der schnell durch gelesen ist. Als Leser kann man sich sehr in die Dorfjugend Ende der Siebziger hinein fühlen, auch wenn einige Charaktere ziemlich krass erscheinen.
Die einzelnen Kapitel sind teilweise eher Nacherzählungen von bestimmten Erlebnissen oder Anekdoten, die einem der Autor näher bringen will. Diese scheinen chronologisch aufgebaut zu sein.
Weniger Platz in „Dorfpunks“ ist jedoch für Emotionen. Der Roman scheint eher der Unterhaltung zu dienen. Es gibt kaum Stellen, die einen berühren, oder Stellen die einen mitfühlen lassen. Vielmehr ist man erstaunt, geschockt, muss schmunzeln über einige Dinge, die der Ich-Erzähler in seiner Jugend als Dorfpunk so erlebt hat.

Fazit: 
"Dorfpunks" ist ein unterhaltsames Werk, was Einblick in eine bestimmte Jugendkultur und in das Leben eines jungen Menschen gibt, aber auf Emotionen und Tiefgang verzichtet.

3 Sterne


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