Donnerstag, 14. Januar 2016

[Rezension] Walter Moers - Ensel und Krete



Von Walter Moers hatte ich bereits "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär" angefangen (aber leider nicht beendet), somit wusste ich in etwa, auf was ich mich da einlasse, wenn ich "Ensel und Krete" in die Hand nehme. 

Walter Moers hat mit seinen Romanen eine komplett eigene Welt erschaffen, die sich auf dem fiktiven Kontinent "Zamonien" abspielt. Auf diesem Kontinent leben die verschiedensten Fantasiewesen und -pflanzen, die den Leser mit ihren ganz bestimmten Eigenheiten staunen und schmunzeln lassen.

Es gibt bereits 6 Romane aus dem Zamonien-Universum und "Ensel und Krete" ist einer davon. Um in das Universum einzusteigen, sollte man vielleicht am Besten mit "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär" anfangen, aber das ist auch nicht unbedingt ein Muss. Viele Wesen, Orte und Pflanzen werden gut beschrieben und manchmal auch mit Fußnoten erklärt, sodass man dieses Buch auch ohne großartiges Hintergrundwissen lesen kann.

Inhalt
Die Fhernhachen-Zwerge Ensel und Krete machen mit ihren Eltern Urlaub in Bauming, einer naturverbundenen Buntbärenkolonie im "Großen Wald". Bei einem Spaziergang machen sich die Zwillinge auf in den verbotenen Teil des unbewohnten Waldes und verirren sich. Man begleitet die beiden dabei, wie sie versuchen, aus dem Wald zu entkommen, wie sie auf verschiedenste Wesen treffen, Halluzinationen durchleben und stets auf der Hut vor der bösen Hexe sind...

Meine Meinung
"Ensel und Krete" ist ein überraschenderweise sehr unterhaltsames Buch. Ich kam stellenweise aus dem Staunen über Moers' Ideenreichtum nicht mehr raus. Er hat das Märchen "Hänsel und Gretel" nicht nur auf eine sehr originelle Art und Weise uminterpretiert, sondern auch interessante Charaktere und Lebewesen erschaffen, von denen man das Gefühl hatte, dass man sie anfassen könne. 
Auch die Idee, dass einige Gewässer, Pflanzen oder gar die Luft halluzinogen sind, war interessant. Denn eben solche Passagen brachten Spannung in die Geschichte und regten zum Nachdenken an.
Zu lesen ist die Geschichte einerseits mit einem Augenzwinkern. Mit der Figur "Hildegunst von Mythenmetz", die der vorgebliche Autor ist und sich zwischendurch wichtigtuerisch zu Wort meldet, nimmt Moers das Schriftsteller- und Literatentum aufs Korn. 
Andererseits finde ich auch, dass die psychedelischen Passagen nachdenklich stimmen und Fragen über das, was jenseits unserer Erde ist, aufwerfen. 
Man könnte fast meinen, dass die Ideen, die Moers in die von Ensel und Krete halluzinierten Passagen eingeflochten hat, selber auf einem Drogentrip hatte. Vielleicht ist der ein oder andere Aspekt seines Zamonien-Universums ja so entstanden. Wir werden es wohl nie erfahren. 
Viele könnten vielleicht meinen, dass das Buch ein Kinderbuch sei. Dem ist aber nicht so. Ich glaube eher, dass einige Stellen verwirrend und gruselig sein könnten, sodass ich das Buch eher ab dem Jugendalter empfehlen würde.

Fazit 
"Ensel und Krete" ist ein sehr kurzweiliges, unterhaltsames und fantasievolles Buch, was Lust auf mehr "Zamonien" macht.


4 von 5 Sternen


Kommentare:

  1. Oh schön, "Esel und Krete" steht auch auf meiner To-Read-Liste. Die Zamonien-Bücher sind ja allesamt unfassbar gut durchdacht, komplex aufgebaut, total verrückt und genau deshalb sehr unterhaltsam. Ich hab damals mit "Rumo" angefangen nd mittlerweile sagenhafterweise auch noch "Die Stadt der träumenden Bücher" geschafft. Das sind ja doch immer dicke Schinken, da muss man schon in der Stimmung sein. Warum hast du "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär" denn abgebrochen? Hast du vor, es nochmal ganz zu lesen?

    Liebe Grüße
    MelMel

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    1. Jap, auf jeden Fall werde ich "Die 13 1/2 Leben" noch weiterlesen. Ich glaube, ich hatte es abgebrochen, weil mir einiges dazwischen kam (unter anderem ein Umzug), weshalb das Buch auch momentan im Keller ist. :) Bin aber auch auf weitere Bücher gespannt. "Die Stadt der träumenden Bücher" möchte ich auch sehr sehr gerne lesen. Das habe ich vor einigen Jahren mal bei Thalia gesehen und war sofort neugierig.

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