Samstag, 7. Januar 2017

Der Friedhof der abgebrochenen Bücher. Teil 1: George R. R. Martin - Die Flamme erlischt


Vor einiger Zeit hatte ich das Bedürfnis, einen Science-Fiction-Roman zu lesen. Ich muss dazu sagen, ich liebe Star Wars und von gut konstruierten, glaubhaften fremden Welten, lasse ich mich gerne in ihren Bann ziehen. 
Also ließ ich mir von einer Freundin einen Roman empfehlen - sie kennt sich etwas besser im Fantasy- und Sci-Fi-Bereich aus als ich.
Meine Freundin teilte mir mit, dass es etwas dauert, bis die Handlung so richtig ins Rollen kommt, dann werde es aber sehr gut.

Ich las und las und las und ich hatte das Gefühl, ich kämpfte mit den Zeilen. Die Heranführung war für mich sehr trocken. Mit dem Protagonisten baute ich keine Beziehung auf. Trotzdem wollte ich dem Buch eine Chance geben und wartete auf Spannung. 

Nach der Hälfte des Buches wurde mir alles zu viel. Ich konnte mich einfach nicht anfreunden. Die Handlungen der Charaktere und ihre Entscheidungen waren teilweise nicht plausibel, die Namen für Personen, Dinge, Welten, Planeten wurden mir nach und nach zu viel und alles wirkte doch nicht realistisch für mich. Und ja, auch wenn Sci-Fi keinen Realismusanspruch hat, so muss die Welt, die Gesellschaft, die Technik, die in einem solchen Roman vorgestellt wird, doch irgendwie nachvollziehbar sein und innerhalb meiner Vorstellungskraft liegen. 

Im Großen und Ganzen wirkte der Roman für mich so, als hätte der Autor  auf Deubel komm raus mehrere Elemente zusammen geworfen, um einen neuen Roman für den Verleger fertig zu stellen. Man nehme einen kühlen Helden, fliegende Fortbewegungsmöglichkeiten, eine Jugendliebe, die gerettet werden muss, fremde Planeten und eine dystopisch anmutende Gesellschaft. Das war mir etwas zu viel. Desweiteren konnte ich mit dem sprachlichen Ausdruck nicht so viel anfangen. Sein Stil wirkte manchmal etwas lieblos, als sei er selber gar nicht mit seiner eigenen Story verbunden. Er erzählte viel zu sehr am Thema vorbei als auf den Höhepunkt hin.

So begab es sich also, dass ich das Buch abbrechen und meine Zeit für etwas anderes nutzen musste.

Kommentare:

  1. Ich kann es gut verstehen, dass du das Buch abgebrochen hast. Mir hat "Die Flamme erlischt" leider auch nicht gefallen und ich konnte mit den Figuren nichts anfangen, obwohl ich sonst Martins Figuren immer liebe! Aber das hier war halt sein Erstling - vermutlich musste er seinen Stil erst finden. Wobei ich den Ansatz, dass einem die Menschen und ihre Werte und Entscheidungen auf einem anderen Planeten völlig fremd und seltsam vorkommen, eigentlich interessant finde - es war mir hier nur zu sperrig umgesetzt.

    Wenn du es mit dem Autor nochmal probieren, aber keine Endlos-Serie wie "A Song of Ice and Fire" anfangen willst, kann ich übrigens "Fiebertraum" empfehlen.

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    1. Oh, freut mich zu hören, dass jemand anderes sich auch an dem Buch versucht, aber nicht gefallen hat. Dass es sein erster Roman war, war mir gar nicht bewusst. Das erklärt einiges. Für weitere Bücher von ihm bin ich ganz offen. Deshalb auch vielen Dank für die Empfehlung. Werde ich gleich mal nachschlagen! :)

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