Sonntag, 15. Januar 2017

Der Friedhof der abgebrochenen Bücher. Teil 2: Thilo Corzilius - Ravinia




"Was wäre, wenn dich ein einziger Schlüssel überallhin bringen könnte? An ihrem sechzehnten Geburtstag erhält Lara einen Schlüssel, der sie in die Victoria Street in Edinburgh führt – egal, durch welche Tür sie tritt. Bald merkt das junge Mädchen, dass der Schlüssel auch das Tor in eine andere Welt öffnet: In der Stadt Ravinia, in der magisch talentierte Wesen ebenso wie Traumtänzer zu Hause sind, lernt Lara ihre Vergangenheit kennen und erfährt dabei von einer mysteriösen Verschwörung. Sie selbst muss über das Schicksal Ravinias entscheiden. Gemeinsam mit Tom Truska, dem geheimnisvollen Schlüsselmachergesellen, und dem Amerikaner Lee versucht Lara Ravinia zu retten." (Piper-Homepage)


Klingt soweit vielversprechend. Jedoch gab es viele, meiner Meinung nach, Minuspunkte, die es mir erschwerten, dieses Buch bis zum Ende zu lesen.

Der Autor Thilo Corzilius hat einen recht poetischen Schreibstil. Mit einem solchen kann man viele Geschichten aufwerten oder man kann sie irgendwann ins Lächerliche reißen. Letzteres hat er meiner Meinung nach vollbracht. Metaphern und Vergleiche sind schön und gut, wenn sie nicht irgendwann zu viel werden oder übertrieben sind. Dies wirkte teilweise gewollt und krampfhaft. 

Seine Protagonistin Lara wirkte nicht authentisch. Ich konnte mich nicht mit ihr identifizieren. Sie wirkte übertrieben cool auf mich und eben zu konstruiert. Das fällt mir des Öfteren auf, wenn männliche Autoren weibliche Protagonistinnen kreieren. 

Die Handlung hat durchaus Potenzial, kam aber leider nur schwer ins Rollen. Den Spannungsbogen zu erreichen fühlte sich so an, als führe ich mit einem klapprigen Fahrrad ohne Gangschaltung einen Berg hinauf.
Für viele (Jugend)-Fantasy-Fans und -Vielleser mag dieser Titel bestimmt sehr ansprechend sein. Ich habe mich aber schwer hinein gefunden und fand mich teilweise auch zu "alt" dafür. Und ja, ich bin mir dessen bewusst, dass es für (Jugend)Fantasy kein bestimmtes Alter gibt und im Herzen bleiben wir alle jung und so weiter und so fort. Aber hier habe ich festgestellt: Jugendfantasy ist vielleicht einfach nichts mehr für mich. Und wenn, dann muss es mich schon umhauen. Mit Spannungsbögen, tiefgründigen Charakteren, Verstrickungen, Geheimnissen und ganz viel Logik, die sich nach und nach ergibt. Wie bei Harry Potter eben.

Auch bei diesem Buch war ich relativ schnell dabei, ein Urteil zu fällen und brach es nach etwa der Hälfte ab.


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