Dienstag, 7. Februar 2017

Zeige mir dein Bücherregal und ich sag dir, wer du bist!

Vor kurzem stieß ich auf einen interessanten Artikel einer Seite, die ich so sonst nicht aufsuche. Dass ich diesen Artikel fand, geschah auch eher zufällig. "Google ist dein Freund", sagt man ja so schön und Google bietet einem nicht nur das an, was macht sucht, sondern auch vielerlei Dinge, die man nicht sucht. Das kann mitunter ganz spannend sein und einen stundenlang ans Internet fesseln. Ist dies mit ein Grund, warum das Internet süchtig macht? Vom Suchen zur Sucht quasi?

In dem Artikel geht es darum, was die Bücher, die du gelesen hast, über dich und dein Leben verraten. Eine interessante Theorie. Doch wie nähert man sich den geheimnisvollen Fakten über sich selbst? 

Die Bücher, die du auswählst und vor allem die, die zu deinen Lieblingen werden, haben wahrscheinlich mindestens einen roten Faden, so die Autorin des Artikels. Es gibt bestimmte Thematiken, die du anziehst, die dir sympathisch erscheinen, die dein Herz jauchzen lassen. Wirst du dir erst einmal darüber bewusst, was für Themen deine Lieblingsbücher durchziehen, kannst du damit und dadurch an dir arbeiten. Welche Träume hast du? Was möchtest du in deinem Leben verwirklichen oder ändern? Was macht dich glücklich und was ist dir wichtig? 

Von der Lesebiographie zu dir selbst - Step by step
Wenn du alle gelesenen Bücher aufschreibst, an die du dich erinnern kannst, kannst du dir schon einmal verdeutlichen, zu welchen Genres zu den größten Hang hast, was ich schon mal ganz aussagekräftig finde. Lese ich viel Fantasy? Biographien? Kinderbücher oder doch erotische Literatur? Du weißt wahrscheinlich worauf ich hinaus will. Legst du diese Liste chronologisch an, kannst du sogar sehen, in welche Richtung du dich entwickelt hast und wie sich dein Geschmack verändert(e).

Passend dazu hat die Autorin des Artikels, Nicole Alps, Forscherfragen entworfen, die nur du für dich selber beantworten kannst. Ich wage mal den Striptease und beantworte meine Forschungsfragen ganz unverblümt hier und jetzt.

Welche Kategorie Bücher liest du aktuell am liebsten?
Klassiker und Belletristik

Welche Bücher haben dich in deinen Lebensphasen beeindruckt? Vorlesebücher? In deiner Grundschulzeit? Als Jugendlicher? Als junger Erwachsener? …
Jugend - Banana Yoshimoto, Harry Potter; Junge Erwachsene - Jack Kerouac, Hermann Hesse

An welches Buch denkst du immer wieder zurück?
Jack Kerouac - Unterwegs, Jack Kerouac - The town and the city, 

Welches Buch nimmst du zur Hand, wenn es dir schlecht geht?
Kein bestimmtes. Immer wieder ein neues. Es gibt viele Bücher, die darauf warten, gelesen zu werden.
Was würdest du einem Menschen schenken, der sich grad in einer Umbruchphase befindet?
Hermann Hesse - Steppenwolf
Was war dein schlimmstes Lese-Erlebnis?
Theodor Storm - Der Schimmelreiter, was wahrscheinlich weniger am Buch, sondern am Unterricht drumherum, lag, in dem ich das Buch lesen musste.

Der rote Faden
Vielleicht hast du schon im Kopf damit begonnen, die Bücher aufzuzählen, die du gelesen hast und vielleicht sogar, sind dir unwillkürlich Gemeinsamkeiten aufgefallen. Diese Themen sind deine Lebensthemen. Dinge, die sich nicht nur subtil in deinen Lieblingsbüchern, sondern auch in deinem eigenen Leben befinden und dein Leben wahrscheinlich auch (mit)bestimmen.

Mithilfe dieser Forschungsfragen kommst du "deinen" Themen vielleicht näher. Ich werde mal als gutes Beispiel voran gehen.

Welche Themen häufen sich in deinem Lese-Leben?
Unglückliche Liebe, Selbstfindung, Rastlosigkeit, Heimat(losigkeit), Einsamkeit
Welche Muster kannst du erkennen?
Protagonisten sind unglücklich verliebt oder trennen sich, Protagonisten reflektieren sich und ihre Umwelt stark und sind auf der Suche nach sich selbst und einem Platz in dieser Welt, Protagonisten sind viel unterwegs und wissen nicht, wo ihre Heimat ist, Protagonisten fühlen sich einsam 

Welche Bücher stoßen dich instinktiv ab? Erkennst du darin irgendeine Bedeutung?
Kitsch, Heile Welt. Die Bedeutung ist offensichtlich.
Welche Bücher ziehen dich besonders an? Erkennst du darin etwas Bedeutsames?
Bücher mit unglücklichen Protagonisten oder Hang zum Melancholischen.

Welche Bücher haben dein Leben maßgeblich beeinflusst?
Jack Kerouac - On the road

Was wünschst du dir?
Wenn du die Fragen, so wie ich es getan habe, für dich beantwortest, wird dir eventuell bewusst, was du dir im Leben wünschst und was für Sehnsüchte du hast, denn deine Interessen und literarischen Neigungen spiegeln dies offensichtlich wider. Hier wieder ein paar Forschungsfragen der Autorin, damit du genauer in dich hinein horchen kannst. So wie ich:

Welche Sehnsucht erkennst du in deinen Lieblingsbüchern?
Die Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit, Freundschaften, Heimatgefühl, Fernweh, Zufriedenheit.

Welche Reiseziele verbergen sich in deiner Literatur-Auswahl?
Ich lese gerne amerikanische und japanische Literatur. Diese Länder möchte ich tatsächlich gerne bereisen. Mir war gar nicht bewusst, dass ich danach auch meine Lektüre ausgewählt habe.
Welche Interessen der Figuren aus deinen Büchern würdest du gerne einmal ausprobieren?
Mehr reisen, aufbrechen, freier sein.
Welche Typen von Menschen findest du in Büchern interessant und würdest du selbst gern verkörpern?
Freiheitsliebende Menschen, Menschen, die sich bewusst darüber sind, dass das Leben nicht eitel Sonnenschein ist

Welche Interessen oder Unternehmungen könntest du ausprobieren?
Reisen
Bei welchem Buch denkst du: Die Geschichte hätte ich gerne erlebt?
Jack Kerouac - On the road, Tino Hanekamp - So was von da
Durch solche Notizen kannst du auch herausfinden, welche Bücher du dir in Zukunft genauer anschauen solltest. In welchen Büchern geht es um die Themen, die du nun herausgefunden hast? Du kannst so wertvolle Lesezeit gewinnen und Flops vermeiden. Klasse, oder?

Fazit
Was habe ich jetzt über mich herausgefunden? Das, was ich heraus gefunden habe, war nun gar nicht so neu. Trotzdem ist es immer ganz interessant, solche Dinge schwarz auf weiß anstatt vage im Kopf zwischen tausend anderer Gedanken zu haben. Was ich nun über mich heraus gefunden habe, ist:

Ich lese gerne Bücher, in denen es (wenn auch implizit) um unglückliche Liebe, Selbstfindung, Rastlosigkeit, Heimat(losigkeit) und  Einsamkeit geht. Wenn dies ein Spiegel meiner Selbst ist, so bedeutet dies, dass sich nicht nur die Protagonisten meiner Lieblingsbücher, sondern auch ich mich nach Ruhe, Freundschaft, Liebe und Heimat(gefühl) sehne. Damit gehe ich konform. 
Weiß man erst einmal, was einem fehlt, kann man versuchen, daran zu arbeiten. Versuchen. Denn dies ist leichter gesagt als getan. Wenn ich mehr Geld habe, kann ich zumindest versuchen, mehr zu reisen. Reisen befriedigt das Fernweh und stillt vielleicht die Rastlosigkeit, wodurch man ein stärkeres Heimatgefühl bekommt und weiß, wo man zu Hause sein will. Dies ist doch ein Schritt in die richtige Richtung, oder?

Ich wünsche dir viel Spaß bei der Selbsterkundung!


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