Montag, 27. März 2017

[Rezension] Bov Bjerg - Auerhaus


Dass "Auerhaus" ein Bestseller war, ist an mir vorbei gegangen. Ich bin eher zufällig bei Amazon auf das Buch gestoßen, als ich mich durch die Romane von Wolfgang Herrndorf und ähnliche andere Romane wühlte. Ich dachte, dass ich hiermit einen ganz besonderen Roman in der Hand hätte. Kritiker sagen, wenn man diesen Roman lese, möchte man wieder 17, 18 sein. Mir erging es dabei nicht so.

Inhalt
Baden-Württemberg in den 80er-Jahren: Frieder, der beste Freund des Ich-Erzählers Höppner versucht, sich mit Schlaftabletten das Leben zu nehmen und landet in einer psychiatrischen Klinik. Nach einiger Zeit wird er entlassen und ihm wird geraten, nicht mehr zurück zu den Eltern zu ziehen. Er und Höppner ziehen also in das leerstehende Haus seines Großvaters und nehmen ihre Freunde mit. Sie gründen eine Schüler-WG und nennen ihr neues zu Hause "Auerhaus", ein Verhörer, der durch das Lied "Our House" von Madness entstand. 
Während ihrer Zeit in diesem Haus erfahren wir einiges über das Landleben in den 80er Jahren, wie sich die Protagonisten durch das letzte Jahr des Abiturs schlagen, was es heißt, erwachsen zu werden und ein bisschen auch etwas über Freundschaft.

Meinung
Ich finde es sehr schwierig, das Buch mit einer Meinung zu versehen. Ich kann schlecht einschätzen, wie man an das Buch herangehen soll. Ist es ein Jugendbuch? Wenn ja, dann bin ich mit meinen fast 30 Jahren nicht mehr die Zielgruppe dieses Romans und darf nicht so viel erwarten wie von Literatur für Erwachsene.
Ist es ein gewöhnlicher Belletrisik-Roman für alle, so fällt er, inhaltlich und zwischen den Zeilen, ziemlich mau aus.

Die Grundidee des Romans ist natürlich super und das, was man zwischen den Zeilen lesen kann, die Gedanken der Protagonisten über das Leben und Erwachsenwerden, hat unglaublich viel Potential. Mehr aber auch nicht. Die Geschichte plätschert dahin, hat keinen Höhepunkt, keine Spannungen und ist teilweise abzusehen. Dass die Geschichte in den 80er Jahren spielt, ist kaum zu spüren, bis auf die Musikkassetten natürlich, die die Clique in der Küche rauf und runter hört. Was sie genau hört, bis auf "Our House", wird dem Leser nicht verraten. Die Protagonisten sind ganz interessant, entwickeln sich jedoch nicht weiter und bleiben irgendwie geheimnisvoll. Informationsfetzen, die man über sie erhält, bleiben eben nur Fetzen.

Sollte dieser Roman explizit ein Jugendroman sein, so fehlen meiner Meinung nach auch hier wichtige Elemente des Jugendromans, wie das Aufzeigen eines Umgangs mit Problemen, einen Weg zu finden, wie man mit dem Erwachsenwerden umgeht und so weiter. Es ist schwierig auszumachen, was der Roman denn nun aussagen soll und wenn er nichts aussagen soll, so konnte er mich nicht einmal unterhalten, da er kaum Handlung hatte, die mich fesseln konnte.

Der Roman scheint jedoch gut vermarktet und überbewertet zu sein. Er wurde mir als etwas verkauft, was er nicht ist. Ich kann ihn mir aber richtig gut als deutsche Verfilmung vorstellen. Von der Machart ein bisschen wie "Crazy". Mal sehen, was da noch kommt.

2 von 5 Sternen



Kommentare:

  1. Ich hatte mit dem Buch auch meine Probleme und konnte den Hype nicht verstehen. Ganz so schlecht fand ichs zwar nicht (von mir hats 3 Sterne bekommen), aber ich wusste auch nicht recht, was dieser Roman sein will. Da ich es so schwer fand, meine Meinung dazu in Worte zu fassen, habe ich es auch gar nicht erst rezensiert.

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    1. Dann scheint es uns ja ähnlich ergangen zu sein. Auch was die Rezension angeht, auch, wenn du keine geschrieben hast.
      Ich meine, schlecht fand ich es auch nicht. Aber das Buch hat mir leider auch überhaupt nichts gegeben und ich wusste auch nicht, was es sein will. Diese Lesezeit kann man auf jeden Fall sinnvoller nutzen. :)

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