Samstag, 11. März 2017

[Rezension] Hermann Hesse - Siddhartha



Es ist länger her, seit meinem letzten Hesse. „Siddhartha“ liegt schon seit einigen Jahren auf meinem SuB und ein Klassenkamerad brachte mich darauf, es endlich mal zu lesen, als er in einem Lektürekurs an unserer Berufsschule das Buch vorstellte. Nicht nur weil Hermann Hesse zu meinen Lieblingsschriftstellern gehört, sondern auch weil das Werk einfach ganz bezaubernd ist, habe ich das Lesen um jede Seite genossen.

Inhalt
Der junge Brahmanensohn Siddhartha und sein Freund Govinda wachsen mit den religiösen und philosophischen Lehren der Veden auf und erlernen Gebote, Rituale und Gebete von seinem Vater und anderen Priestern. Siddhartha möchte mehr lernen, er glaubt, dass es noch weisere Lehren gibt und bittet seinen Vater, ihn gehen zu lassen, um den Atman, die Essenz, die in allem steckt, zu suchen. Nur so, glaubt er, kann er aus dem leidvollen Kreislauf der Wiedergeburt, dem Samsara, entkommen.
Siddhartha und Govinda gehen zu den Samanas, in den Wäldern lebende, asketische Mönche ohne Besitz, die viel meditieren. Doch auch hier scheint Siddhartha nicht das zu finden, was er sucht. Gemeinsam mit Govinda pilgert er zu Gotama, dem Buddha dieser Zeit. Gotama ist bloß durch Lehren zum Buddha geworden, was Siddhartha nicht annehmen kann. Er akzeptiert seine Auffassung und glaubt, dass diese zu ihm passe. Für sich jedoch stellt er fest, dass er allein durch Erfahrungen eigene zum Buddha werden könne, weshalb er sich auf die Reise macht und einen neuen Lebensabschnitt beginnt, um Lebenserfahrungen zu sammeln, während Govinda beim Buddha bleibt, um von ihm zu lernen…

Meinung
„Siddhartha“ ist ein Erzählung, die ähnlich wie andere Entwicklungsromane von Hermann Hesse, wie „Demian“ oder „Der Steppenwolf“, aufgebaut ist.
Der Protagonist, hier Siddhartha, zieht aus, um über sich selber hinaus zu wachsen, um sich und das Leben kennen zu lernen. Am Ende blickt er auf sein altes, unerfahrenes Ich zurück und erkennt, was er vom Leben gelernt hat.

Hermann Hesse hat seine Erzählung in eine dichterische, elegante Sprache verpackt, die angenehm und flüssig zu lesen ist. Mir hat das Lesen unglaublich viel Spaß gemacht und ich konnte mir vieles in schillernden Farben vorstellen. Vor meinem geistigen Auge hatte ich ein indisches Märchen, welches Lebensweisheiten vermittelt, die zum Nachdenken anregen, die klar und gleichzeitig unklar sind, die nicht wirken wie platte Phrasen oder Kalendersprüche. Vielmehr waren philosophische Gedanken sinnvoll eingebettet in den Handlungsablauf und mit diesem verknüpft, sodass nicht nur bloße Worte die Philosophie Siddharthas widergeben, sondern auch seine Handlungen, die ich als Leser miterlebe und für mich interpretiere.


 5 von 5 Sternen




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