Montag, 1. Mai 2017

[Rezension] Michael Ende - Momo


Kinder- und Jugendliteratur zu lesen ist zur Abwechslung sehr entspannend. Ich wollte immerhin einige Klassiker nachholen, die ich als Kind nicht gelesen hatte und habe sogleich mit Momo begonnen.

Inhalt
Momo lebt in einem zerfallenen Amphitheater in einer fiktiven Stadt und besitzt nichts außer der Gabe, gut zuhören zu können. Sie kann so gut zuhören, dass viele Bewohner und Freunde zu ihr kommen, um zu erzählen. Dabei schöpfen sie neue Kraft, neuen Mut und neue Ideen und können in ihrer Anwesenheit einfach drauf los reden.
Ihre besten Freunde sind Beppo Straßenkehrer und Gigi Fremdenführer. Auch einige Kinder kommen öfter zu ihr ins Amphitheater um dort zu spielen, wobei es ihnen dort, in Momos Anwesenheit gelingt, sich ganz besondere Spiele auszudenken.
Eines Tages tauchen die grauen Herren auf und versuchen die Menschen dazu zu bringen, Zeit zu sparen. Immer mehr Bewohner der Stadt lassen sich einlullen und beginnen Zeit zu sparen und sie bei der Zeitsparkasse abzugeben. Was sie jedoch nicht wissen: Sie verlieren an wertvoller Zeit, anstatt sie zu sparen und somit auch an Lebensqualität. Familien und Freunde verbringen kaum noch Zeit miteinander, alle Menschen sind gehetzt und gereizt und sie können ihr Leben nicht mehr genießen.
Momo spürt, dass die Stadt, die Menschen, sich verändern und durch ihre besondere Gabe plaudert einer der grauen Herren all die Absichten aus, die er und seine Kollegen haben. Momo und die Kinder versuchen, den Erwachsenen die Augen zu öffnen, doch es kommt nur schlimmer und Momo bleibt am Ende die einzige, die vor den Zeitdieben verschont geblieben ist und nun ihre Mitmenschen vor ihnen retten muss...

Meine Meinung
Als erstes fiel mir Michael Endes poetische Sprache auf. Sie ist für ein Kinderbuch sehr ausgeschmückt, gehoben und überhaupt nicht kindlich oder besonders simpel gehalten. Das hat mir beim Lesen sehr viel Spaß gemacht und ich fühlte mich deshalb nicht unterfordert oder gelangweilt. Dies finde ich auch für Kinder wichtig. Kinder müssen sich, meiner Meinung nach, auch mit einem, für sie, schwierigerem Sprachstil auseinander setzen. Man muss ihnen etwas zutrauen, anstatt ihnen nur simple Sprache vorzusetzen, die aus Hauptsätzen besteht. 
Auch die Handlung lässt sich als Erwachsener gut lesen und ist an einigen Stellen durchaus anspruchsvoll, da in Momo mitunter philosophische Gedanken zu finden sind, die man nicht auf Anhieb heraus liest und versteht. Die Philosophie Momos war es auch, die mich gefesselt hat, die mich eine tiefe Sympathie zum Buch aufbauen ließ. 

Momo ist ein "Märchenroman" für Alt und Jung und ich würde es definitiv jedem Kind empfehlen. Für Erwachsene ist es eine lockere Geschichte für Zwischendurch, die durchaus ihren Anspruch hat, jedoch nicht aufreibend ist oder einen besonders fordert. 

4 von 5 Sternen


Kommentare:

  1. Haaaach, schön, dass du "Momo" mochtest - es war als Kind eines meiner liebsten Bücher, und nachdem ich vor Kurzem auch "Die unendliche Geschichte" mal als Erwachsene wieder gelesen habe, steht auch "Momo" auf meiner Liste. Denn wie du schreibst, sind da ganz schön viele Aspekte, die Kinder vermutlich noch gar nicht so sehr verstehen. Ich bin so fasziniert von Michael Ende, weil er Bücher geschaffen hat, die für Kinder und Erwachsene gleichermaßen zauberhaft sind :)

    Liebe Grüße
    MelMel

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    1. Da stimme ich dir voll und ganz zu! "Die unendliche Geschichte" ist auch auf meiner Wunschliste. Das wird mein nächster "Ende" sein :)

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  2. Ich mochte "Momo" auch sehr gern, wobei ich hier - ebenso wie bei der "Unendlichen Geschichte" - vorher die Verfilmung gesehen habe. Das Buch habe ich auch erst relativ spät gelesen, mit 15 oder 16 Jahren, glaube ich.

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    1. Für Michael Ende scheint es nie zu spät zu sein! :D

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